Wegegebot Rotwildgatter

Im Rotwildgatter*: Betreten des Waldes außerhalb der befestigten Wege verboten

Im Zeitraum vom 1. Februar bis 31. März 2021 darf der Wald gemäß § 38 Abs. 1 Landeswaldgesetz im Rotwildgatter nur auf Straßen und befestigten Forstwegen, sowie auf ausgewiesenen Rad- und Wanderwegen betreten werden. Gleichzeitig ruht die Jagd. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld gemäß § 83 Abs. 3-4 Landeswaldgesetz in Höhe von bis zu 2.500 Euro geahndet werden.

 

Der Winter stellt für Wildtiere die schwierigste Phase im Jahr dar. Dafür hat sich die Tierwelt unterschiedliche Strategien ausgedacht, um diese Zeit möglichst gut zu überstehen. Unser heimisches Rotwild erweist sich als wahrer Energiesparkünstler. Voraussetzung ist, dass das Rotwild in den Wintermonaten, besonders im Februar und März, möglichst ohne Störungen lebt. Dann benötigen die Tiere nur wenig Nahrung, die im Spätwinter bzw. im zeitigen Frühjahr sehr knapp sein kann. Das Rotwild kann mit Erholungssuchenden im Naturpark in der Regel gut umgehen, sofern sich die Waldbesucher auf den Wegen aufhalten. Bewegen sich die Waldbesucher abseits der Wege z.B. in den Einständen des Wildes, so werden diese als Gefahr wahrgenommen. Das Wild flüchtet panisch, der Energiebedarf schnellt in die Höhe und das Rotwild benötigt viel Futter, um die Energieverluste auszugleichen. Dabei kommt es häufig zu erheblichen Schäden am Wald, da das Rotwild in dieser Jahreszeit bei häufiger Beunruhigung anfängt die Rinde junger Bäume zu fressen. Der einzelne Baum überlebt zwar meistens, bleibt aber auf Dauer stark geschädigt. In diesen Fällen sieht das Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg vor, das Betreten des Waldes einzuschränken, um Wildtiere nicht unnötig zu stören und Waldschäden zu vermeiden. Die Nutzung sämtlicher ausgewiesener Rad- und Wanderwege ist weiterhin gestattet. 

 

*Das Rotwildgebiet Schönbuch ist in der Rotwildverordnung des Landes (GBl. 1958, 121) näher definiert und umfasst die umzäunte Fläche mit den Staatswalddistrikte 21 Bebenhausen Ost (Gemarkungen Tübingen und Dettenhausen), Distrikt 24 Bebenhausen West (Gemarkungen Tübingen und Weil. i. S.), Distrikt 25 Weil (Gemarkung Weil im Schönbuch, Altdorf und Herrenberg), Distrikt 26 (Gemarkungen Ammerbuch-Entringen/ Breitenholz, Tübingen, Herrenberg und Kayh) soweit sie sich im Rotwildgatter befinden.

 

Helfen Sie mit beim Erhalt eines gesunden und klimastabilen Waldes: Bleiben Sie im genannten Zeitraum auf den Wegen und führen Sie Ihren Hund an der Leine. 

 

Gerne stehen wir auch unter E-Mail: schoenbuch(at)forstbw.de für weitere Fragen zur Verfügung.   

 


Ergebnisse der Online-Umfrage „Zeig mir Deinen Lieblingswald“

Von Februar bis Juni 2020 konnten sich die Bürgerinnen und Bürger der Regionen Stuttgart und Schönbuch an einer Online-Umfrage der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg zur Freizeitkartierung im Forstbezirk Schönbuch beteiligen und ihre Lieblingsorte/-strecken im Wald auf einer digitalen Karte markieren, Angaben zur Art und Intensität ihrer Freizeitaktivitäten machen sowie sich zu den Auswahl- und Störfaktoren äußern.

 

Die 3.254 eingegangenen Rückmeldungen konnten zwischenzeitlich ausgewertet und aufbereitet werden. Die wichtigsten Ergebnisse sind in der nachfolgenden Präsentation zusammengefasst.

 

FVA-Umfrage Ergebnisse

 

 

Für die im Wald Tätigen ergeben sich daraus wertvolle Hinweise für die tägliche Arbeit. Zum einen enthält die Studie eine viel feinere Darstellung der verschiedenen Nutzungsarten und -intensitäten und ist daher viel aussagekräftiger als die bestehende Erholungswaldkartierung.

 

 

Zum anderen finden sich hierin wertvolle Hinweise im Hinblick auf die Bedürfnisse der einzelnen Nutzergruppen und zu den konkreten Bereichen, in denen es zu Störungen zwischen den einzelnen Nutzungsansprüchen kommt. Darauf aufbauend können konkrete Projekte zur Weiterentwicklung des Erholungswaldes abgeleitet werden. Konflikte und Störfaktoren werden offenkundig und können somit gezielt entschärft werden. Im Umkehrschluss werden auch eher ruhige Bereiche aufgezeigt, die dann seitens der forstlichen Planung für andere Schwerpunkte, wie beispielsweise den Waldnaturschutz, genutzt werden können.