Pariser Straße 11, München

Wohnbau

 

Das viergeschossige Rückgebäude in München-Haidhausen er­setzt Werkstätten und Wohnbauten innerhalb des Hinterhofs ei­ner gründerzeitlichen Blockbebauung. Drei Seiten der beengten Bebauungsfläche liegen auf den Nachbargrenzen und sind an­gebaut. Nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und konstruktive Gesichtspunkte sprachen für die Wahl des Baustoffs Holz. So ließ sich durch das geringere Gewicht der Holzkonstruk­tion eine kostenintensive Pfahlgründung vermeiden. Die geringen Wandstärken bei Holzkonstruktionen sorgen für eine optimierte Flächenausnutzung auf dem beengten Grundstück. Seit der No­velle der Bayerischen Bauordnung im Jahr 2008 sind Holzbauten dieser Größenordnung auch in Bayern möglich. Beim Wohnge­bäude in der Pariser Straße entstanden 13 attraktive Wohnungen verschiedenen Zuschnitts, die sich an der 35 Meter langen Front aneinanderreihen oder übereinander gestapelt sind.

 

Alle Decken, die Innenwände und die nicht verglasten Teile der Gebäudefront wurden in Brettsperrholz ausgeführt. Dabei liegen die Decken, Mehrfelddecken mit Spannweiten bis zu 16 Metern, auf den Innenwänden auf. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt über die Deckenflächen, die die Lasten an die gemauerten Ge­bäudetrennwände, die hölzernen Innenwände und an den massi­ven Treppenhauskern abgeben. Die nichttragenden Wände wur­den in normaler Ständerbauweise ausgeführt.

 

Bei dem Gebäude der Gebäudeklasse 4 waren alle tragenden und aussteifenden Bauteile hochfeuerhemmend F 60-B mit Gipskar­tonfeuerschutzplatten (GKF) zu kapseln. Im oberen Geschoss sind die Anforderungen gelockert und die Wände und Decken lediglich feuerhemmend in F 30-B ausgeführt worden. Die nach Südwesten großzügig geöffnete Fassade aus Elementen mit Dreifachvergla­sung hat einen Glasanteil von fast 90 Prozent. Im Sommer über­nehmen Balkone mit hölzernen Schiebeläden die Verschattung. Das Beispiel zeigt, wie man im urbanen Kontext mit der Thematik des Nachverdichtens ökonomisch und ökologisch umgehen kann. In München ist so ein Vorzeigeprojekt, das neue Wege für den mehrgeschossigen Holzbau in Bayern beschritten hat, entstanden.

 

Bauzeit:

Dezember 2008 bis Dezember 2009

 

Bauherr:

Wogeno München eG, München

 

Architekten:

Bettsteller & Wilde Architekten GbR, München

 

Tragwerksplaner:

Statikon Planung GmbH, Mühldorf

 

Brandschutzgutachten:

bauart Konstruktions GmbH & Co. KG, München

 

Holzbau:

Josef Obermeier GmbH & Co. KG, Bad Endorf

 

BGF:

1.151 m²

 

Baukosten (300 + 400):

1.395 € brutto/m² BGF

 

Fotos:

Bettsteller & Wilde Architekten GbR