Flachgasse 35–37, Wien

Wohn- und Gewerbebau

 

Der unter Denkmalschutz stehende Industriebau ist eines der ältesten Stahlbetongebäude der Stadt Wien. Er wurde von den Architekten als Büro übernommen und um zwei Geschosse auf­gestockt. Das Gebäude war kaum in der Lage, noch zusätzliche Lasten aufzunehmen. Deshalb entwickelte man ein Gefüge aus Überzügen, Scheiben und Platten aus Brettsperrholz, das ge­meinsam statisch wirksam ist. Die komplexe Konstruktion hebt sich als reiner Holzbau von Wiener Dachaufstockungen ab, die üblicherweise in Stahl mit Ausfachungen aus Holz gebaut werden.

 

In der ersten Dachgeschossebene über der obersten Bestands­decke wurde ein in sich ausgesteifter massiver Holzkanal errichtet, der alle Nebenräume aufnimmt. Er trägt die Decke für die zweite Dachgeschossebene und übernimmt die Aussteifung der zweige­schossigen Brettsperrholzwände, die nur auf den Brandwänden und auf einem Lichtschacht in der Mitte des Gebäudes aufliegen, da sie die einzigen vertikalen Lastabtragungspunkte des Altbaus darstellen. Die oberste Decke wird von Brettschichtholz-Über­zügen getragen, die auf den Brettsperrholzwänden ruhen. Damit sich der Wohnbereich im zweiten Dachgeschoss stützenfrei zur Terrasse hin öffnen kann, wird das Dach darüber ebenfalls von zwei Überzügen getragen.

 

Bauzeit:

August 2007 bis Mai 2008

 

Bauherr:

Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH

 

Architekten:

Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Bregenz / Wien / St. Gallen

 

Tragwerksplaner:

JR Consult ZT GmbH, Graz

 

Brandschutzgutachten:

IBO Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH, Wien

 

Holzbau:

Kulmer Bau GesmbH & Co. KG, Pischelsdorf

 

BGF:

552 m2

 

Baukosten (300 + 400):

1.810 € brutto/m2 BGF

 

Fotos:

Bruno Klomfar (1, 2)

Dietrich Untertrifaller (3, 4)