Den Wald in unserem Forstbezirk schützen und entwickeln wir auf vielfältige Weise.
So gibt es im Virngrund mehr als 1.200 Hektar Schutzgebiete, in denen ökologische Zielsetzungen im Vordergrund stehen. Aber auch auf allen anderen Waldflächen haben Belange des Waldnaturschutzes bei forstlichen Entscheidungen einen hohen Stellenwert.
Ist beispielsweise bekannt, dass in einem Waldgebiet der Schwarzstorch brütet, finden in diesem Bereich während der Brutzeit keine Arbeiten statt, die den scheuen Vogel stören könnten. Bäume, auf denen sich Horste befinden oder die Spechthöhlen aufweisen, werden nicht gefällt und können langfristig als Habitat (Lebensraum) dienen.
Eine Besonderheit im Forstbezirk Virngrund sind die zahlreichen Gewässer, die als Stauseen einst künstlich geschaffen wurden oder als Bachläufe und kleinere Weiher natürlich entstanden sind. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Ein Schwerpunkt unseres Forstbezirkes im Bereich Waldnaturschutz ist die Sicherung von Vorkommen der Gelbbauchunke, einer europarechtlich geschützten Amphibienart. So werden im Virngrund jährlich mehrere Dutzend Habitate kartiert, unter Schutz gestellt und der Reproduktionserfolg der Unken überprüft.
Eine Art, die ihren Lebensraum selbst gestaltet und sich bei uns ausgesprochen wohlfühlt, ist der Biber. Die Entstehung von Biberdämmen entlang von Bächen und der anschließende Aufstau des Wassers schaffen ein völlig neues Landschaftsbild und Potential für weitere Arten. Allerdings können dadurch oft nennenswerte Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden oder es ist sogar die Sicherheit und Nutzbarkeit von Wegen oder Brücken gefährdet. Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Forstbezirk und den Naturschutzbehörden können Waldnaturschutz und Waldbewirtschaftung jedoch miteinander vereinbart werden.
Nicht zuletzt entwickeln wir den Wald im Virngrund nämlich auch aktiv – nicht trotz – sondern durch die Bewirtschaftung der Waldflächen. Nur mit gezielten Eingriffen wie z.B. Holzernte ist es möglich, weitere Baumarten einzubringen, zukunftsfähige Mischwälder zu gestalten oder Habitate für Tier- und Pflanzenarten zu schaffen, die Licht und Wärme benötigen. Eine solche Art ist beispielsweise das Bergkronwicken-Widderchen, eine stark gefährdete Schmetterlingsart. Sie kommt in unserem Forstbezirk vor und um ihren Lebensraum zu erhalten, wird der Waldrand im entsprechenden Bereich durch unsere Forstwirt-Azubis regelmäßig gepflegt und aufgelichtet.
Mehr über die Konzepte, mit denen ForstBW im Staatswald zum Waldnaturschutz beiträgt, können Sie hier nachlesen.
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