
Hitze und Trockenheit halten auch Baden-Württembergs Staatswälder im Sommer 2026 im Griff. Die kurzen Verschnaufpausen reichen nicht zur Regeneration. Es kommt darauf an, die Wälder für den Klimawandel zu wappnen.
Nachdem die beiden vergangenen Jahre für die Wälder in Baden-Württemberg eine gewisse Entlastung brachten, zeigt der Klimawandel 2026 wieder seine volle Bandbreite. Max Reger, Vorstandsvorsitzender von ForstBW betont: „Die aktuelle Hitze und die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen und Monate setzen unsere Wälder unter enormen Stress. Jeder weitere Tag ohne nennenswerte Regenmengen verschärft die Situation.“
Dabei sind inzwischen nicht nur ohnehin anfällige Baumarten betroffen, auch Eichen und andere als klimastabil geltende Bäume zeigen deutliche Spuren.
„Es ist kein Wunder, dass in solchen Jahren auch Insekten wie die Borkenkäfer oder der Eichenprozessionsspinner verstärkt auftreten. Sie profitieren davon, dass ihre Wirtsbäume so geschwächt sind, dass sie dem Befall wenig entgegensetzen können“, erklärt der Forstexperte.
Langfristige Folgen
Bereits jetzt werfen einige Bäume ihre Blätter ab, oder bilden keine Früchte, um sich vor weiterem Flüssigkeitsverlust zu schützen. Doch die tatsächlichen Schäden dieser Trockenjahre zeigen sich meist erst deutlich später.
Abgestorbene Bäume und Äste, vertrocknete Verjüngung, das sind Spätfolgen, die teilweise erst nach Jahren auftreten.
Kurze Regengüsse und Gewitter schaffen keine Abhilfe
Die Regengüsse und Gewitter, die sich immer wieder zwischen die Hitzeperioden schieben sorgen dabei nur kurzfristig für Entspannung. „Das meiste Wasser, was in solchen Fällen vom Himmel fällt, schafft es gar nicht bis in den Waldboden. Es bleibt auf den Blättern oder in der Streu hängen und verdunstet direkt wieder“, beschreibt Max Reger das Problem. „Eigentlich bräuchte es einen mehrtägigen Landregen, um die Wasserspeicher in den Waldböden wieder zu füllen“.
Waldumbau als Lösungsansatz
Die Förster stehen vor der großen Herausforderung, die Wälder auf weitere und möglicherweise noch extremere Wetterereignisse vorzubereiten.
„Nur wenn wir unserer Wälder konsequent und zeitnah weiterentwickeln und zu gesunden und klimastabilen Mischwäldern umbauen, können sie auch in Zukunft bestehen. Dazu gehört auch, instabile Baumarten, wie beispielsweise die Fichte auf labilen Standorten, verstärkt zu ernten und zukunftsfähige Baumarten, wie Eiche oder Elsbeere zu fördern und aktiv anzupflanzen.“
Der Vorstandsvorsitzende ist sich sicher: „Eine Trockenheit, wie wir sie aktuell erleben, ist kein vorübergehendes Wetterextrem, sondern Teil des Klimawandels. Wir müssen uns dauerhaft darauf einstellen, dass es kein „normales“ Wetter mehr gibt. Extreme werden zunehmen und daher ist unser Auftrag als Försterinnen und Förster eindeutig: Wir machen die Staatswälder in Baden-Württemberg fit für den Klimawandel – widerstandsfähig gegen Hitze, Trockenheit, aber auch extremen Regen und Sturm.“