
Ein Technologiewandel hält Einzug in die Waldarbeit bei ForstBW. Akkubetriebene Geräte bieten immer mehr Leistung und können schon heute in manchen Bereichen die Verbrennungsmotoren ersetzen. Doch gerade die Ladeinfrastruktur stellt im Wald eine besondere Herausforderung dar.
Im heimischen Umfeld haben die akkubetriebenen Geräte längst die Oberhand gewonnen - vom Staubsauger bis zur Bohrmaschine sind Akkus allgegenwärtig. Und auch vor dem Wald und der Forstwirtschaft machen diese Entwicklungen nicht Halt.
Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Lärm, keine direkten Abgase bei der Nutzung, geringere Vibrationen. In puncto Arbeitsschutz schneiden Akkugeräte bereits jetzt deutlich besser ab als ihre benzinbetriebenen Pendants.
„Wer einmal mit einem akkubetriebenen Freischneider oder einer kleinen Motorsäge gearbeitet hat, erkennt direkt am Surren, dass die Geräuschkulisse deutlich ruhiger und angenehmer ist als bei einem benzinbetriebenen Gerät“, erklärt Max Reger, Vorstandsvorsitzender von ForstBW.
Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für ForstBW höchste Priorität. „Wo immer es möglich ist, versuchen wir, unseren Forstwirtinnen und Forstwirten die Arbeit so angenehm und belastungsarm wie möglich zu gestalten“, so Reger weiter.
Chancen und Herausforderungen
Im Rahmen eines Pilotprojekts stattet ForstBW nun 100 Forstwirtinnen und Forstwirte mit den entsprechenden Maschinen und – besonders wichtig - mit einer passenden Ladeinfrastruktur aus. „Das Aufladen der Akkus stellt uns bisher im Wald vor die größte Herausforderung“, beschreibt Max Reger. „In der Natur stehen keine Steckdosen zur Verfügung, an denen man die Akkus einfach wieder aufladen kann“. Stattdessen musste ein Konzept gefunden werden, wie der Strom in den Wald kommt. Die Lösung: PKW-Anhänger mit aufgebauter Ladeinfrastruktur. Die verbauten Batteriespeicher können den Strom tagesüber direkt im Wald bereitstellen. In der Nacht erfolgt die Aufladung an einer Steckdose. “ForstBW ist der erste landeseigene Forstbetrieb Deutschlands, der Akkutechnik in dieser Größenordnung einsetzt”, erklärt Max Reger.
Bei der Holzernte müssen Geräte mit größerer Leistung eingesetzt werden. Hier haben Akku-Motorsägen ihre benzinbetriebenen Geschwister noch nicht eingeholt. Gerade große Maschinen für die Holzernte müssen auch absehbar noch mit Kraftstoff betankt werden.
„Wir hoffen und wünschen uns, dass der Akkueinsatz künftig auch in der Holzernte möglich ist. Damit können wir die Belastung für Mensch und Umwelt im Wald noch weiter verringern“, blickt Max Reger in die Zukunft.
Mit dem Pilotprojekt möchte ForstBW einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen und gesundheitsfreundlichen Waldarbeit leisten.