Wälder in Südbaden stark geschädigt

03.06.2020 - Die Lage in den Wäldern Baden-Württembergs ist zunehmend angespannt. In Zeiten des Klimawandels, nach zwei extremen Trockenjahren, Dürre und massiven Borkenkäferschäden ist der Wald und die Waldwirtschaft in einer Ausnahmesituation. Besonders betroffen  sind Gebiete in Südbaden und Oberschwaben. Ende Mai verschafften sich die Vorstände von ForstBW, Max Reger und Felix Reining und der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauck MdL einen Überblick über die aktuelle Lage.
 
Zusammen mit den örtlichen Forstleuten, Forstexperten der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg (FVA) und des Landkreises Waldshut besichtigte die Delegation verschiedene Waldbilder im Forstbezirk Südschwarzwald (Landkreis Waldshut). Vorgefunden wurden aufgrund von Trockenheit und Borkenkäferbefall teilweise stark geschädigte Waldflächen. Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL betonte: ”das Ausmaß und Tempo der klimabedingten Waldschäden stellt Waldbesitzer und Forstleute vor allergrößte Herausforderungen. Für unser Land wichtige Baumarten, wie vor allem die Fichten und Tannen sterben auf teils großen Flächen ab, aber auch die Buchen sind stark betroffen. Ziel Landesregierung ist es, die rund 1,4 Millionen Hektar Wald im Land in einem guten Pflegezustand zu halten, damit unsere Wälder ihre vielfältigen und gesellschaftlich wichtigen Funktionen erfüllen können“. 
 
In der besichtigten Region Südbadens stellen sich die Waldschäden teilweise so drastisch dar, dass die Forst- und Holzwirtschaft, aufgrund des schieren Schadensumfanges und der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, nicht mehr in der Lage ist, die Schädhölzer aufzuarbeiten. Besonders die Abfuhr des Holzes in Sägewerke stockt aktuell. Gerade dies wäre besonders wichtig, da aufgrund der Borkenkäfervermehrung eine Gefahr für bisher noch gesunde Waldbestände ausgeht. Neben der zügigen Aufarbeitung ist der Abtransport von mit Borkenkäfer befallenem Holz, ein wichtiger Teil des Waldschutzes und damit des Walderhalts.
 
Für den Staatswald hat sich ForstBW aus diesem Grund entschieden, befallene Flächen nach einer klaren Priorisierung aufzuarbeiten. Das Konzept beinhaltet die Aufarbeitung von Schadflächen in Abhängigkeit der aktuellen Schadsituation, der Aufarbeitungskapazität und Abfuhrkontingenten der Sägewerke sowie der Perspektive für die jeweilige Fläche. „Durch dieses Vorgehen garantieren wir einen optimale Ressourceneinsatz und stellen sicher, dass sich der Borkenkäfer von der betroffenen Fläche nicht weiter ausbreiten kann“, erläutert der kommissarische Vorstandsvorsitzende Max Reger die momentan praktizierte Vorgehensweise. In diesem Zusammenhang dankte Herr Reger den Forstwirtinnen und Forstwirten sowie den Forstunternehmern für Ihren Einsatz zum Schutz der Wälder. Darüber hinaus kündigte er weitere Unterstützung an. Im Rahmen von Umsetzungen werden die betroffenen Forstbezirke weitere freiwillige Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Land erhalten. Bei diesen Mitarbeitenden bedankte sich Herr Reger ausdrücklich. „Herzlichen Dank für diese solidarische Hilfestellung. Sie entlasten unsere Mitarbeitenden vor Ort und helfen dem Unternehmen diese schwierige Herausforderung zu meistern“.
 
Dass mit dieser Strategie nicht alle Waldflächen zeitnah bearbeitet werden können, ist ein Wehrmutstropfen. Denn gerade „mit Blick auf das Ausmaß des Schadens werden auch auf größeren Flächen abgestorbene Bäume einige Monate im Wald stehen bleiben werden“, erklärte Minister Hauk. Dies sei ein Anblick, an den sich Waldbesucher leider mitunter gewöhnen müssten.
 
Für die zukünftige Planung stehen die Forstleute vor der großen Herausforderung, den Wald für die nächsten Generationen in Zeiten des Klimawandels zu planen und zu realisieren. Hier wird es notwendig sein, an den Waldstandort sowie die Klimaentwicklung und Höhenlage angepasste Konzepte zur Wiederbewaldung umzusetzen. Die von ForstBW bereits erarbeiteten Grundsätze zur Wiederbewaldung von entwaldeten Flächen sind hierfür eine wichtige Grundlage. Denn gerade der erste Schritt der Pflanzung oder das steuernde Begleiten von Naturverjüngung ist entscheidend für den Wald der Zukunft. Dieses Vorgehen kann nur mit einem schlüssigen Konzept sichergestellt werden, damit der Wald seine zahlreichen Funktionen auch in Zukunft weiter erfüllt. 
 
Machen Sie sich selbst ein Bild. Hier finden Sie einen Link (Klick auf Bild) zu Drohnenbilder aus dem Forstbezirk Südschwarzwald mit dramatischen Bilder zur aktuellen Lage.

 

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