Internationales Workcamp im Waldschulheim Indelhausen

Auf dem Bild ist links Teilnehmerin Eva-Maria Tommula (Estland) erkennbar, sowie Campbetreuerin Maike Wagener (Deutschland) rechts.

11.03.2022 - Junge Erwachsene aus sechs europäischen Ländern und Kenia kommen im Rahmen eines Workcamps für die Durchführung von Pflegemaßnahmen in unseren Wäldern zusammen

 

Nachdem das Waldschulheim Indelhausen bei Hayingen nunmehr mehrere Monate coronabedingt geschlossen werden musste, kann ForstBW, Forstbezirk Mittlere Alb, sein Waldschulheim jetzt wieder öffnen. Den Beginn hierzu macht eine internationale Gruppe aus zwölf Teilnehmer/innen, im Alter von achtzehn bis achtundzwanzig Jahren, die im Waldschulheim zusammengekommen sind. Organisiert wurde dieser Aufenthalt zusammen mit dem „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ und dem Verein „Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V.“, kurz IBG. Der IBG wurde 1965 mit dem Ziel gegründet, durch internationale Jugendgemeinschaftsdienste (Workcamps) einen Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung zu leisten.  „Wie wichtig dieses ist, kann man gerade in der aktuellen Zeit wieder sehen“, meint Elmar Birnbickel, der Leiter des Waldschulheimes Indelhausen. „Die jungen Erwachsenen kommen für zwei Wochen in das Waldschulheim und führen Pflegemaßnahmen unter Anleitung des Waldschulheimteams und von Rangern des Biosphärengebietes in unseren Wäldern durch.“ Vorgesehen sind Pflegen von Wacholderheiden, sowie von Trockenbiotopen im Wald. Die hier vorkommenden seltenen, licht- und wärmebedürftigen Pflanzen und Tiere werden gefördert durch Zurückschneiden von stark beschattenden Gebüschen. Ebenso sind Anpflanzungen von Jungbäumen in Waldbeständen geplant. Insbesondere in Wäldern, die durch die Trockenheit und Stürme aufgrund der Klimaerwärmung geschädigt wurden, sollen die Jungbäume gepflanzt werden. Um die neu entstehenden Wälder klimastabil zu gestalten, werden trockenheitstolerantere Baumarten und Mischbestände gepflanzt. Mischbestände deshalb, da dann die Chance steigt, dass Baumarten dabei sind die sich dem Klimawandel anpassen können.

 

Ebenfalls geplant ist ein unterhaltsames Rahmenprogramm wie Wanderungen, Nachhaltigkeitsbingo und Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. „Die Teilnehmer sollen sich ja nicht nur beim Arbeiten, sondern auch bei Spaß und Spiel zu einer Gruppe zusammenfinden und sich über die verschiedenen Kulturkreise hinweg gegenseitig kennenlernen,“ sagt Birnbickel. „Besonders schön ist es für uns immer, wenn wir gleichzeitig noch Begeisterung und Freude an der Natur wecken können.“

 

Deshalb freut sich das ganze Waldschulheimteam auch auf die Rückkehr der Schulklassen nach den Coronalockerungen im März an das Waldschulheim. „Durch seine Vielzahl an echten und lebendigen Anschauungsobjekten ist der Wald ein idealer Ort des Erlebens, Erkennens und des Lernens,“ so Birnbickel. ForstBW versucht durch die Faszination und Schönheit des Waldes bei Schülerinnen und Schülern das Interesse an der Natur zu wecken und zum Staunen und Nachdenken anzuregen. Aus diesem Grunde stehen bei der Waldpädagogik auch selbstgemachte Erfahrungen und Erkenntnisgewinne über ökologische und nachhaltige Zusammenhänge im Mittelpunkt.

 

Über ForstBW 

Die Anstalt öffentlichen Rechts Forst Baden-Württemberg (ForstBW) arbeitet seit dem 01.01.2020 als eigenständiges Unternehmen. ForstBW trägt die Verantwortung für die Bewirtschaftung von über 324.000 ha Staatswald - das entspricht einem Viertel der Waldfläche Baden-Württembergs- und ist damit der größte Forstbetrieb des Landes. ForstBW setzt sich zum Ziel ökologisch vorbildlich, sozial ausgewogen und ökonomisch erfolgreich zu arbeiten. Im Sinne des Waldes und der Menschen bildet das Prinzip der Nachhaltigkeit die Grundlage unserer Tätigkeit. Dazu tragen landesweit ca. 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Die naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes durch Forst Baden-Württemberg, AöR ist FSC® C120870 und PEFC zertifiziert. Seit dem 01. Oktober 2020 trägt ForstBW zudem das Gemeinwohl Ökonomie Zertifikat.