Holzernte im Staatswald läuft auf Hochtouren

14.12.2021 - ForstBW Vorstandsvorsitzender Max Reger: „Nachhaltige Holznutzung ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz“.

 

Auf den Staatswaldflächen in Baden-Württemberg laufen im Herbst und Winter die Sägen heiß. Von der Ernte starker Tannen bis zur ersten Durchforstung in einem jungen Mischbestand – die Förster:innen und Forstwirt:innen der ForstBW AöR sind landesweit aktiv. Mehr als die Hälfte des Holzes wird motormanuell, also von Hand mit der Motorsäge geerntet.

Dabei steht ein Prinzip über allen anderen: die Nachhaltigkeit. Die Erntemenge orientiert sich unter anderem am Holzzuwachs in den Wäldern. So wird gewährleistet, dass der Holzvorrat im baden-württembergischen Staatswald erhalten bleibt oder sogar noch weiter ansteigt. Dies wird durch regelmäßige Waldinventuren bestätigt.

 

Überdurchschnittlich viele Tannen

Auf den von ForstBW betreuten Staatswaldflächen werden im Jahr insgesamt etwa 2,2 Millionen m³ Holz eingeschlagen. 15% dieser Biomasse bleiben als Kronenreste und ökologisch wichtiges Totholz im Wald. Von den genutzten ca. 1,9 Millionen m³ bestehen etwa 450.000 m³ aus Laubbäumen wie der Buche und der Eiche. Etwa 1,5 Millionen m³ sind Nadelbäume mit dem Schwerpunkt bei der Fichte. Bemerkenswert ist der hohe Tannenanteil bei ForstBW, der bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal darstellt.

Von den geernteten Nadelbäumen werden jährlich rund 90% als Stammholz verkauft und finden somit den Weg in Sägewerke, um später vor allem im konstruktiven Bereich ihre Verwendung zu finden. Das Laubholz besteht jeweils zu etwa 30% aus Stammholz und aus Industrieholz, das unter anderem in der Papierherstellung verwendet wird. Etwa 40% werden als Brennholz genutzt. Der Stammholzanteil ist bei Laubbäumen deutlich geringer, da große Anforderungen an geraden Wuchs und möglichst wenig Äste gestellt werden. Die meisten Laubbäumen erreichen diese Qualität nur im unteren Stammbereich, während Nadelbäume fast bis zur Spitze nutzbar sind.

 

Kaskadennutzung bindet langfristig Kohlenstoff

Holz aus heimischen Wäldern zu nutzen, bedeutet auch, aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Da die Bäume bei ihrem Wachstum CO2 aus der Luft binden und Sauerstoff freisetzen wird der Kohlenstoff im Holz gebunden. Sobald die Pflanze jedoch abstirbt setzen die Verrottungsprozesse den Kohlenstoff nach und nach wieder frei.

Holz, das beispielsweise in Form von Möbeln oder Balken Einzug in die Häuser und Wohnungen findet, sorgt dafür, dass diese Freisetzung um viele Jahre hinausgezögert wird. Da es bei der Verwendung andere, klimaschädlichere, Rohstoffe wie Stahl oder Beton ersetzt, fällt die Klimabilanz des Naturwerkstoffs noch positiver aus.

Findet solch ein Möbelstück dann nach vielen Jahren der Nutzung den Weg in den Ofen, trägt es dazu bei, dass weniger fossile Brennstoffe verbrannt werden und sorgt so noch einmal für einen geringeren CO2 Ausstoß. Diese Kaskadennutzungen von heimischem Holz sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Umso wichtiger ist es, dass das Holz nach der Ernte an regionale Käufer veräußert wird. Damit werden weite Transportwege und damit erneut die Emission von Treibhausgasen vermieden und die Wirtschaft in Baden-Württemberg gestärkt.

 

Über ForstBW 

 

Die Anstalt öffentlichen Rechts Forst Baden-Württemberg (ForstBW) arbeitet seit dem 01.01.2020 als eigenständiges Unternehmen. ForstBW trägt die Verantwortung für die Bewirtschaftung von über 324.000 ha Staatswald - das entspricht einem Viertel der Waldfläche Baden-Württembergs- und ist damit der größte Forstbetrieb des Landes. ForstBW setzt sich zum Ziel ökologisch vorbildlich, sozial ausgewogen und ökonomisch erfolgreich zu arbeiten. Im Sinne des Waldes und der Menschen bildet das Prinzip der Nachhaltigkeit die Grundlage unserer Tätigkeit. Dazu tragen landesweit ca. 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Die naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes durch den Landesbetrieb ForstBW ist FSC® und PEFC zertifiziert. Seit dem 01. Oktober trägt ForstBW zudem das Gemeinwohl Ökonomie Zertifikat.

 

 

Pressekontakt: 

Sascha Bahlinger 

Öffentlichkeitsarbeit ForstBW

pr(at)forstbw.de