ForstBW erprobt neues „Depot-Konzept“ zur Wiederbewaldung.

18.05.2021 Das Unternehmen steht vor der größten Wiederbewaldungskampagne der Staatswaldflächen der letzten Jahrzehnte. Mit 38,4 Prozent der Landesfläche gehört Baden-Württemberg zu den waldreichsten Regionen in Deutschland. Der Klimawandel und seine Begleiterscheinung haben den Wäldern im Land massiv geschadet. Insgesamt hat sich der Zustand der Wälder so weit verschlechtert, dass mittlerweile 46 Prozent der Fläche als deutlich geschädigt eingestuft werden. ForstBW steht daher vor der größten Wiederbewaldungskampagne der letzten Jahrzehnte. In den kommenden fünf Jahren werden ca. 6.500 Hektar Waldfläche überwiegend durch Pflanzung neuer Bäume wieder zu bewalden sein. Für ForstBW ist dies eine zentrale und strategisch große Herausforderung, denn mit den Aufwendungen werden die Weichen für den Wald der Zukunft neu gestellt und seine Beschaffenheit für viele Jahrzehnte festgelegt.

 

Neben den naturalen Aspekten der Wiederbewaldung treten bei der operativen Umsetzung durch Pflanzung einerseits die ausführenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ForstBW ganz zentral in den Blick und andererseits die logistisch anspruchsvolle Aufgabe, das Pflanzgut frisch und wurzelgerecht am Pflanzort in den Boden einzubringen. Pflanzarbeiten sind für die Forstwirt:innen ein wesentlicher Bestandteil ihres Aufgabengebiets, aber für die Beteiligten körperlich extrem belastend. Das neuartige „Depot-Konzept“ von ForstBW soll die Wiederbewaldung für die Beschäftigten so ergonomisch wie möglich gestalten und gleichzeitig den hohen Qualitätsansprüchen des Unternehmens an Pflanzgut und Pflanzung gerecht werden.

 

Im Frühjahr 2021 wurde das „Depot-Konzept“ erstmalig in die Praxis umgesetzt. Dabei werden die zu verpflanzenden Bäumchen nicht wie traditionell üblich an der Forststraße zwischengelagert, sondern in sogenannten big bags mobil, in einem Sand-Humus-Gemisch eingeschlagen und maschinengestützt systematisch über die Rückegassen auf den Pflanzflächen verteilt und deponiert. Die Forstwirt:innen finden somit das frische Pflanzgut in räumlicher Nähe zur Pflanzstelle bereits vor. „Mit dem neuen Depot-Konzept können wir die Arbeitsbelastung unserer Mitarbeiter:innen durch Laufwege und schwere zu tragende Lasten erheblich verringern“ – so der Vorstandsvorsitzende Max Reger bei seinem Besuch im Mittleren Rheintal „und gleichzeitig stellen wir auf diese Weise die lückenlose und durch-gängige Frischekette der jungen Pflänzchen sicher.“ 

 

Weitere Informationen zum Depot-Konzept und zur Aufgabe zur Wiederbewaldung:

Video „Wir pflanzen den Zukunftswald“ https://www.youtube.com/watch?v=ure36-ksv1Q&t=6s

 

Hintergrundinformationen:

Staatsklenge Nagold

Seit 1947 wird in der Staatsklenge Nagold forstliches Saatgut geerntet und aufbereitet. Zent-ral zwischen zwei großen Waldgebieten Baden-Württembergs, dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb gelegen, versorgt die Staatsklenge in erster Linie die staatlichen Forstbetriebe und Forstbaumschulen des Landes mit qualitativ hochwertigem und herkunftsgesichertem Saat- und Pflanzgut. Laut einem Eintrag aus dem Grimmschen Wörterbuch von 1873 leitet sich der Name „Klenge“ ursprünglich vom knisternden Klang der aufspringenden Kiefernzapfen ab.

 

Über ForstBW 

Die Anstalt öffentlichen Rechts Forst Baden-Württemberg (ForstBW) arbeitet seit dem 01.01.2020 als eigenständiges Unternehmen. ForstBW trägt die Verantwortung für die Bewirtschaftung von über 324.000 ha Staatswald - das entspricht einem Viertel der Waldfläche Baden-Württembergs- und ist damit der größte Forstbetrieb des Landes. ForstBW setzt sich zum Ziel ökologisch vorbildlich, sozial ausgewogen und ökonomisch erfolgreich zu arbeiten. Im Sinne des Waldes und der Menschen bildet das Prinzip der Nachhaltigkeit die Grundlage unserer Tätigkeit. Dazu tragen landesweit ca. 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Die naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes durch den Landesbetrieb ForstBW ist FSC® und PEFC™ zertifiziert. Seit dem 01. Oktober 2020 trägt ForstBW zudem das Gemeinwohl Ökonomie Zertifikat.   

 

Weitere Informationen zum Thema Wald: