Wald ist nicht gleich Wald

Es gibt große Unterschiede nicht nur bei der Baumartenmischung sondern auch in der Alterszusammensetzung und im Aufbau unserer Wälder. Als Fachleute müssen wir diese beachten, wenn wir im Sinne unserer multifunktionalen Ziele optimale Ergebnisse erreichen wollen.

 

Im Wesentlichen sind die Wälder in Baden-Württemberg vom sogenannten ‚Altersklassenwald‘ geprägt. Darin überwiegen größere Flächen, auf denen Bäume gleichen Alters wachsen, die gemeinsam gepflegt und durchforstet werden.

 

Gegenüber diesen einförmigen Strukturen weist ein enges Nebeneinander von Großen alten, mittelgroßen und ganz jungen Bäumen sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile auf. 

 

Ein Beispiel ist die sogenannte ‚Zielstärkennutzung‘, bei der einzelne Bäume dann geerntet werden, wenn sie einen gewünschten Stammdurchmesser erreicht haben.

 

Weitere Strukturen wie zum Beispiel der sogenannte ‚Plenterwald‘ sind auf rund 3,5 % der Gesamtwaldfläche anzutreffen. Als Relikte früher weit verbreiteter Waldbewirtschaftungsformen kommen auf etwa 0,4 % der Waldfläche noch landeskulturell und ökologisch besonders wertvolle ‚Niederwald- und Mittelwaldflächen‘ vor.

 

Aufgrund der langen ‚Umtriebszeiten‘ – das ist die Lebensspanne eines Baumes im Wald – sind die Wälder in Baden-Württemberg sehr vorratsreich. In Zahlen bedeutet dies, dass auf jedem Hektar Waldboden rund 361 Kubikmeter Holz bevorratet sind. Insgesamt ergibt das einen landesweiten Vorrat von zirka 471 Millionen Kubikmetern – eine Menge Holz!