Wie geht es dem Wald?

Diese Frage beschäftigt die Gesellschaft seit dem Aufkommen des Begriffs ‚Waldsterben‘ in den 80er Jahren. Die Geschichte der Waldschäden begann bereits Anfang der 70er Jahre mit einem "Tannensterben". Die Krankheitssymptome griffen jedoch rasch auf andere Baumarten über und erfassen heute nahezu alle Hauptbaumarten in unterschiedlicher Ausprägung und Intensität.

Als Ursache der Schäden gilt ein Komplex aus verschiedenen abiotischen und biotischen Faktoren, die zeitlich und räumlich variieren. Immissionen in Wälder beeinflussen neben den oberirdischen Pflanzenteilen – aufgrund ihrer Filterwirkung – auch die Wurzeln der Bäume und führen zu Veränderungen im Wirkungsgefüge der Böden. Hierdurch wird beispielsweise die Nährstoffverfügbarkeit für Pflanzen eingeschränkt, was eine zusätzliche Schwächung verursacht.

Seit 1983 führt ForstBW eine Waldschadensinventur durch. In einem Stichprobenverfahren werden die Gesundheitszustände der Baumkronen erhoben und als Prozentwerte innerhalb des Waldzustandsberichts ausgegeben. Nach anfänglich starken Unterschieden zwischen Baumarten hat sich das Ausmaß der Schäden bei den einzelnen Baumarten zunehmend angeglichen. Die Tanne ist zwar nach wie vor die am stärksten geschädigte Baumart, der Anteil der Tannen mit deutlichen Schäden ist jedoch seit längerem rückläufig. Dagegen nehmen die Schäden bei der Baumart Eiche deutlich zu.