Wie viel Energieholz steht in Baden-Württemberg zur Verfügung?
In Baden-Württemberg werden derzeit etwa eine Million Kubikmeter Holz zur Wärme- und/ oder Stromgewinnung verwertet, vor allem als Brennholz. Als zusätzliche Energieholzmenge stehen jährlich 3,5 Millionen Kubikmeter Holz aus dem Wald und der Säge- und Holzindustrie nachhaltig zur Verfügung. Nachhaltig bedeutet, dass diese Holzmenge - ohne die Gefahr den Wald zu übernutzen - verwertet werden kann. Im Gegenteil, die Nutzung dieser Potenziale leistet einen Beitrag zum Aufbau und zum Erhalt standortsgerechter und stabiler Wälder.
Das Energieholzpotenzial von 3,5 Millionen Kubikmetern entspricht einem jährlichen Erdöläquivalent von 800 Millionen Liter. Bei einem Durchschnittserlös von 10 Euro je Schüttkubikmeter Hackschnitzel würden allein jährlich 90 Millionen Euro in der Region verbleiben. Derzeit fließt ein Mehrfaches davon für Erdöl und Erdgas ins Ausland. Eine Veröffentlichung des Schweizer Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) zeigt auf, dass der Einsatz von je einer Million Kubikmeter Energieholz etwa 960 Arbeitsplätze im Ölsektor verdrängt, dafür jedoch rund 1800 Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum, schaffen würde.
Die besten Chancen für eine Renaissance der Holzenergie ermöglichen Nahwärmesysteme, die aus einer Heizzentrale mit Hackschnitzelheizanlage, einem Wärmenetz und Hausübergabestationen bestehen. Für den Wärmekunden entstehen Vorteile:
- hoher Komfort (keine Brennstoffbeschaffung, Wartungs- und Instandhaltungstätigkeiten im Gebäude, Schornsteinfegerbesuche)
- weniger Platzbedarf (keine Brennstofflagerung, kein separater Heizraum, kein Kamin)
- keine Folgeinvestitionen (keine Rücklagenbildung für Ersatzinvestitionen/Sanierungen erforderlich)
- Wegfall einer Vorfinanzierung der Brennstoffkosten wie bei der Öleinlagerung
Können wir uns langfristig erlauben, dieses Energieholz-Potenzial trotz verfügbarer Technik ungenutzt "vor der Haustüre" liegen zu lassen?
