Häufige Fragen zum Thema Brennholz
Eigenschaften des Brennstoffes Holz
Holz, als ältester Brennstoff der Menschheit, war bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts neben Wind und Wasser der wichtigste Energielieferant in Europa. Nach dem 2. Weltkrieg durch die "billigen" und scheinbar unerschöpflichen Energieträger Erdöl und Erdgas verdrängt, erfährt das Brennholz heute, insbesondere wegen seiner Umweltfreundlichkeit, wieder zunehmende Beachtung.
Die Eignung des Holzes als Heizmaterial gründet sich auf seinen Heizwert, seine Entzündlichkeit und seine Brenneigenschaften.
Der Heizwert des Holzes ist um so größer, je mehr Harze und Lignine darin enthalten sind.
Nadelholz besitzt einen höheren Anteil dieser Holzbestandteile pro Gewichtseinheit und hat daher auch einen höheren Heizwert als Laubholz.
Da die Laubhölzer jedoch eine höhere Dichte besitzen, ist deren Heizwert je Volumeneinheit deutlich höher.
Der Rottenburger Fachhochschul-Professor Hans-Peter Ebert gibt in seinem Werk "Holzfeuerung für alle Ofenarten" für unsere heimischen Hauptbaumarten folgende Heizwerte je Raummeter bzw. je kg an:
| Holzart |
Heizwert
je Rm Derbholz |
Heizwert
je Kilogramm |
| Rotbuche |
2100 |
4,2 |
| Eiche |
2100 |
4,2 |
| Esche |
2100 |
4,2 |
| Birke |
1900 |
4,3 |
| Laubholz im Ø |
2100 |
4,2 |
| Fichte |
1600 |
4,4 |
| Kiefer |
1600 |
4,4 |
| Douglasie |
1700 |
4,4 |
| Nadelholz im Ø |
1600 |
4,4 |
| Nadel- und Laubholz im Ø |
1800 |
4,3 |
Entscheidenden Anteil am Heizwert hat jedoch der Wassergehalt des Holzes. Frisch eingeschlagenes Holz kann bis zu 50 % seines Gewichtes Wasser enthalten.
Nach mindestens einjähriger trockener Lagerung ist das Holz "lufttrocken" und enthält dann nur noch 15 - 20 % Wasser. Wird das Holz im nassen Zustand verbrannt, muss das Wasser zuerst herausgekocht werden, bevor die eigentliche Verbrennung des Holzes erfolgen kann. Das hat neben dem Heizwertverlust zur Folge, dass durch die Verbrennung bei abgesenkter Temperatur nicht mehr alle Holzbestandteile vollständig verbrennen können. Holzgase verlassen unverbrannt den Schornstein oder schlagen sich gar als Teer und Ruß im Schornstein nieder. Ein Kaminbrand kann die Folge sein. Außerdem werden die wärmeabgebenden Teile des Kamins isoliert und Schadstoffe entweichen in die Atmosphäre. Feuchtes Holz zu verbrennen ist also nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch stark umweltbelastend.
Bestmögliche Heizwertausnutzung
Die rasche Trocknung des Brennholzes erreicht man am einfachsten durch die sachgerechte Aufarbeitung und Lagerung. So kann v. a. beim Laubholz die "Laubtrocknung" ausgenutzt werden. Das bedeutet, dass nach der Fällung der Hölzer Äste und Blätter ca. 4 Wochen am Stamm verbleiben. Da die Bäume Wasser über die Blätter verdunsten, geht die Trocknung auf diese Weise sehr viel schneller vonstatten.
Bei Nadelhölzern ist dies nur zu empfehlen, sofern keine Gefahr der Borkenkäfervermehrung besteht.
Trocknung von Brennholz
Je kleiner zersägt und je öfters gespalten, desto mehr vergrößert sich die gesamte Oberfläche des Holzes. Dies führt zu größerer Wasserverdunstung und zu einer raschen Austrocknung
- trockene Lagerung, nach Möglichkeit an der Südseite eines Gebäudes
das Holz auf Unterlagen setzen. Dies verhindert Fäulnis und trägt durch bessere Durchlüftung ebenfalls zur raschen Trocknung bei
- hinter der Holzbeige sollte ein ca. 5 - 10 cm breiter Spalt sein, durch den das über die Luft austretende Wasser entweichen kann
den Holzstapel möglichst durch ein vorgezogenes Dach gegen Schlagregen schützen
nicht mit Plastikfolien rundherum abdecken, das "Schwitzwasser" kann so nicht entweichen
nur bereits lufttrockenes Holz in Kellern oder sonstigen schlechtbelüfteten Räumen lagern
Vor dem Verheizen sollte das Holz zwei Jahre gelagert werden!
Aufbereitungsformen/ Umrechnungsfaktoren
Brennholz wird vom Waldbesitzer in verschiedenen Formen angeboten. Die gebräuchlichsten Formen sind:
Flächenlos
Der zuständige Förster weist dem Käufer eine markierte Parzelle zu, auf der der Käufer das noch nicht zugerichtete Holz selbst aufarbeiten kann. Diese Form des Heizholzverkaufes - besser unter "Reisschlag" bekannt - ist die preiswerteste Möglichkeit des Bezugs von Brennholz. Flächenlose werden vielerorts versteigert.
Schichtholz
Meist 1 m lange Holzstücke aus Stammteilen oder stärkeren Ästen werden zu Stößen aufgeschichtet. Verkaufsmaß ist der Raummeter, ein 1 m langer, 1 m breiter und 1 m hoher Holzstoß mit Luftzwischenräumen. 1 Raummetern entspricht 0,7 m3 reiner Holzmasse ohne Rinde. Weil die Aufbereitung in dieser Form recht arbeitsintensiv ist, wird dem Käufer von Schichtholz hierfür ein höherer Preis abverlangt.
Brennholz lang
Längere Baumstammstücke werden meist an gut befahrbaren Wegen gelagert. Die Menge wird vom Forstamt geschätzt oder mittels Durchmesser und Länge errechnet. Verkaufseinheit ist der Festmeter, also 1 m3 reine Holzmasse ohne Zwischenräume.
Weil bei dieser Art dem Verkäufer keine Einschneidekosten und keine Kosten für das Aufschichten von Holzstößen entstehen, ist Brennholz lang billiger als Schichtholz.
Brennholz ofenfertig
Brennholzhändler bieten Brennholz häufig ofenfertig gesägt an. Bitte beachten Sie beim Brennholz-Kauf das Maß, auf das sich Ihre Bestellung bezieht. Hier gibt es neben dem Raummeter (s. Schichtholz) als Verkaufsmaß oftmals den "Schüttmeter". In einer Holz- oder Gitterbox mit einem 1 m³ Rauminhalt wird das ofenfertig gesägte Holz angeliefert. Gestapelt reduziert sich das Raummaß dann auf ca. 0,4m³ Holzmasse.
Flächenlos-Selbstwerber
Für Ihre eigene Sicherheit und Gesundheit ist bei der Arbeit mit der Motorsäge die persönliche Schutzausrüstung (Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz, Schnittschutzhose, Sicherheitsschuhe) zu tragen. Personen unter 18 Jahren ist die Arbeit mit der Motorsäge untersagt. Ein Motorsägen-Lehrgang ist die Voraussetzung für den sachgerechten Umgang mit der Motorsäge.
Bei der Aufarbeitung des Flächenloses sind die Unfallverhütungsvorschriften „Forsten“ einzuhalten (ausreichender Sicherheitsabstand zwischen Arbeitspersonen, ausreichende Rückweichen usw.).
Wege, für die während der Aufarbeitung der Flächenlose (z. B. stehende oder liegende Flächenlose am Hang) eine Gefährdung besteht, sind mit rot-weißem Signalband und - sofern notwendig - mit Warnposten abzusperren, um Waldbesucher rechtzeitig zu warnen. Diese Absperrung ist täglich nach Beendigung der Arbeit wieder zu öffnen.
Der Flächenlos-Käufer haftet für Schäden gegenüber Dritten; für Eigenschäden besteht kein Versicherungsschutz durch den Forstbetrieb.
Das Merkblatt für Flächenlos-Selbstwerber finden Sie >> hier
Bedeutung für die Umwelt
Der ökologische Vorteil von Brennholz als Ersatz für die nur begrenzt vorhandenen fossilen Energieträger (z.B.Erdöl, Steinkohle oder Erdgas) gewinnt an Bedeutung.
Bei der Verbrennung von Erdöl entsteht u. a. Kohlendioxid (CO2). Nimmt dessen Anteil in der Atmosphäre über Gebühr zu, so trägt es zum Treibhauseffekt und der damit verbundenen unerwünschten Erwärmung der Erdoberfläche bei.
Beim Wachstum von Holz entzieht der Wald der Atmosphäre dieses Gas und speichert es im Holz.
Ganz egal ob das Holz langsam verrottend im Wald liegt oder verbrannt wird, die Nutzung des Waldes ist immer CO2-neutral. Im Gegensatz hierzu wird über die Verbrennung von Erdöl und Erdgas, bisher in der Erde fixiertes CO2, zusätzlich zum bereits vorhandenen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben und dort angereichert.
Unser Wald wird nachhaltig bewirtschaftet. Das bedeutet, dass im selben Zeitraum mindestens soviel Holz nachwächst, wie geerntet bzw. verbrannt wird.
Geschichtliches
Der Wald hat die Entwicklung des Menschen von Anfang an begleitet. Noch bis ins 19. Jahrhundert hatte der Wald für die Ernährung des Menschen die entscheidende Bedeutung. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden nämlich noch Schweine, Großvieh, Schafe und Ziegen zur Weide in die Wälder getrieben. Erst mit Beginn der Stallfütterung und dem Anbau von energiereichem Viehfutter wurde diese Nutzungsform von der Streunutzung abgelöst.
Bei dieser wurden dem Wald Nadel- und Laubstreu für die Einstreu im Viehstall entnommen. Beide Nutzungsformen hatten für die Wälder verheerende Folgen. Schädigung der Böden, Nährstoffentzug, Verhinderung der natürlichen Verjüngung seien hier nur stellvertretend für viele andere schädliche Folgen erwähnt.
Gewerbe, die heute schon teilweise in Vergessenheit geraten sind, wie beispielsweise die Aschenbrennerei, Köhlerei, Glasverhüttung oder Salinen, waren ausgesprochen "holzfressend". Sie setzten dem Wald durch die Entnahme von immensen Mengen Brennholz sehr zu. Hingegen war der Brennholzverbrauch zur Erzeugung einer warmen Stube in der dünn besiedelten Kulturlandschaft eher unproblematisch. Alte Sprüche, wie "Dem Wald es wenig schadet, wenn sich der Bauer mit Holz beladet" zeugen von der damaligen Einschätzung des zum Sammeln von "Leseholz".
Nach dem 2. Weltkrieg begann der große Wandel. Brennholz wurde immer mehr durch die "billigen" Brennstoffe Öl, Gas und Strom ersetzt.
Erst seit Anfang der siebziger Jahre hat das Interesse an Brennholz wieder deutlich zugenommen. Der rasante Verbrauch fossiler Energieträger mit dem damit verbundenen Anstieg des Treibhauseffektes sowie die gefährliche Abhängigkeit von diesen Energiequellen sind die Hauptgründe hierfür.
Gesetzliche Regelungen, wie z.B. die Verpackungsverordnung (Stichwort: Rücknahmepflicht von Paletten und Kisten) sowie die Altpapierverordnung, erschweren dem Waldbesitz den Absatz von Schwachholzsortimenten. Bei der Suche nach neuen Absatzmärkten für die bei der Waldpflege zwangsläufig mitanfallenden Hölzer spielt die thermische Verwertung von Holz eine wesentliche Rolle.
Brennholz direkt aus dem Wald
Haben Sie Interesse an Brennholz ...?
... dann wenden Sie sich doch einfach an Ihren örtlichen Förster oder an die für Ihren Wohnort zuständige untere Forstbehörde beim Landratsamt.
