Sie sind hier: Startseite  >  Landesbetrieb ForstBW  >  ForstBW  >  Aktuelles

Veröffentlichungen

21.05.10

Pressemitteilung 126/ 2010 - Umweltministerin Tanja Gönner und Landwirtschaftminister Rudolf Köberle MdL zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai 2010: Landesweit 92 Wanderaktionen

Kategorie:

"Verlust natürlicher Lebensräume und Artensterben bereitet Sorge" - In Baden-Württemberg ist jede dritte heimische Tier- und Pflanzenart in Ihrem Bestand bedroht

"Natur erleben bildet Grundlage für Engagement zum Erhalt natürlicher Lebensräume und dem Schutz bedrohter Ökosysteme"

 


Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai 2010 finden landesweit insgesamt 92 von Umwelt- und Naturschutzverbänden, der Naturschutz- und der Forstverwaltung organisierte und geführte Wanderungen statt. Allein am kommenden Samstag gibt es 20 Wanderungen in die Natur. "Mit den Aktionen soll die Natur er-lebbar gemacht und gleichzeitig die Einzigartigkeit und Bedeutung unserer Tier- und Pflanzenwelt verdeutlicht werden", erklärten Umwelt- und Naturschutzministerin Tanja Gönner und Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle heute (21. Mai 2010) in Stuttgart. "Es geht dabei auch darum, die Menschen zu sensibilisieren und für ein Engagement zum Erhalt natürlicher Lebensräume und unserer vielfältigen Kulturlandschaften zu gewinnen." Jede dritte heimische Tier- und Pflanzenart sei in Baden-Württemberg in ihrem Bestand bedroht, betonte Umweltministerin Gönner. Darunter befänden zwei Drittel aller Säugetiere und knapp 50 Prozent der Wildbienen. "Der Verlust von Lebensräumen und die weiter wachsende Bedrohung von Ökosystemen bereitet große Sorge", so Gönner und Köberle. Denn auch der ökonomische Wert der biologischen Vielfalt sei enorm. Allein die Schutzgebiete der Erde würden nach einer aktuellen internationalen Studie der Vereinten Nationen die Menschen mit Öko-systemdienstleistungen im Wert von 4,4 bis 5,2 Billionen US-Dollar pro Jahr versorgen (TEEB-Studie). Der Verlust der Artenvielfalt sei weltweit ein drängendes Problem. Die Vereinten Nationen haben deshalb das Jahr 2010 zum 'Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt' erklärt.

 

Naturschutz braucht breite Unterstützung
Mit unterschiedlichsten Initiativen wie der Ausbildung von Konfliktberatern im Artenschutz, dem Aktionsplan "Biologische Vielfalt" oder der Umsetzung der Europäischen Richtlinie NATURA 2000 würde das Land der negativen Entwicklung entgegen steuern. Um langfristig erfolgreich zu sein, braucht es aber dazu auch eine breite Unterstützung der Bevölkerung", so Gönner und Köberle. "Dafür werben wir und darauf soll mit dem Aktionstag aufmerksam gemacht werden."

 

Erfolge sind Ansporn
"Baden-Württemberg konnte in den letzten Jahren wichtige Erfolge beim Artenschutz erzielen. Dennoch sind weitere Anstrengungen erforderlich, um den Artenverlust ins-besondere auch in der Agrarlandschaft zu stoppen", erklärte Landwirtschaftsminister Köberle. Die Landwirtschaft sei über Jahrhunderte hinweg ein wichtiger Garant für die Artenvielfalt. Erst die Kultivierung der Landschaften durch den Menschen habe maßgeblich zur Entstehung zahlreicher Lebensräume und damit zu einer deutlichen Zunahme der Arten geführt.

"Wir müssen an den Erfolgen anknüpfen und dort, wo es möglich ist, der Natur verlorenes Terrain wieder zurück geben", so Gönner und Köberle. So sei die Vernässung ehemaliger Riedlandschaften beispielgebend für die Wiederbelebung intakter Ökosysteme. "Es wird damit ein Refugium für zahlreiche bedrohte Arten geschaffen", so Gönner. Gleichzeitig könne in den neu geschaffenen Feuchtgebieten große Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid gebunden werden. "Intakte Böden sind eine bedeutende CO2-Senke. Naturschutz und Klimaschutz gehen so Hand in Hand", betonte Gönner.

 

Wandern und Naturerlebnis
"Das Wechselspiel von Wald, Wiesen, Bächen und Seen macht unser Land für Wanderungen so interessant", sagte Rudolf Köberle. Vor allem in den sieben Naturparken Baden-Württembergs seien die Landschaften und die Angebote für Wanderer und Spaziergänger besonders vielfältig. In gemeinsamen Wanderungen im Familien- oder Freundeskreis könnten vor allem Kindern und Heranwachsenden die Zusammenhänge in der Natur anschaulich nähergebracht werden, betonte Köberle. Sie würden so frühzeitig lernen, dass der Erhalt der biologischen Vielfalt kein Selbstzweck wäre, sondern ein wichtiges Element für das Funktionieren der Gesellschaft und der sie umgebenden Natur sei. "Ohne den Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine Sicherung der Lebensgrundlage für künftige Generationen nicht möglich", erklärte der Landwirtschaftsminister.

 

 

Hintergrundinformationen:

  • Umwelt- und Naturschutzministerin Tanja Gönner begleitet eine Wanderung durch das Pfrunger Ried (Landkreis Sigmaringen)
  • Agrarstaatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL begleitet eine Wanderung durch den Naturpark Stromberg-Heuchelberg (Zaberfeld, Landkreis Heilbronn)
  • Ministerialdirektor Bernhard Bauer lädt ein zur Wanderung in die Waldenburger Berge / Hohenlohe


Der Veranstaltungskalender des BfN: www.bfn.de/veranstaltungskalender-biodiv_w.html

 

Weitere Informationen zu den Themen Biodiversität, Natur- und Artenschutz finden sich auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr unter www.uvm.baden-wuerttemberg.de .

 

 

Weitere Informationen zu den Themen Land- und Waldwirtschaft sowie zum Tourismus im ländlichen Raum finden sich auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de .


<- Zurück zu: ForstBW - Wir schaffen Zukunft