Nachhaltige Entwicklung“ als Leitbild für eine wünschenswerte Zukunft

Heute wird weltweit in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft „nachhaltige Entwicklung“ als Leitbild für eine wünschenswerte Zukunft anerkannt. „Nachhaltigkeit“ ist allerdings keine wissenschaftlich exakt zu fassende Größe, sondern ein gesellschaftlich-politisch geprägtes Leitbild. Seit seiner Entstehung hat sich der Begriff daher kontinuierlich an die sich wandelnden gesellschaftlichen Bedürfnisse angepasst. Der heute im Allgemeinen verwendete Begriff bezieht sich dabei im Wesentlichen auf das Leitbild des Brundtland-Berichts sowie der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (1992).

Standen über Jahrhunderte hinweg die Ansprüche der Gesellschaft an die Nutzfunktion eindeutig im Vordergrund, so soll der Wald heute neben der Nachfrage nach Holz und Waldprodukten eine Vielzahl unterschiedlicher Schutz- und Erholungsfunktionen erfüllen. Damit einher geht selbstverständlich eine stetige Weiterentwicklung. Wir haben heute ein sehr umfassendes Verständnis von Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung, das alle ökologischen. ökonomischen und sozialen Ziele in einer integrativen Forstwirtschaft vereint.

In siedlungsnahen Wäldern spielt die Erholungsnutzung und die ökologische Ausgleichsfunktion eine ganz besondere Rolle. Der Wald wird von den Bürgerinnen und Bürgern intensiv zum Spazierengehen, Fahrradfahren und Joggen frequentiert.

Mindestens genauso wichtig ist aber die Bedeutung des Waldes für die Qualität des Trinkwassers und der Luft sowie der Artenvielfalt. Ganz nebenbei dämpft der Wald den Lärm von Straßen und Bahnstrecken oder schützt den Boden vor Erosion. Zusätzlich liefert der Wald dabei noch einen Rohstoff mit herausragenden Eigenschaften: Holz! Holz wächst nach und ist damit nachhaltig verfügbar, Holz bindet beim Wachsen Kohlendioxid und hilft so den Klimawandel zu bremsen und Holz ist regional verfügbar.

2013 als Jahr der Nachhaltigkeit?
Das Jubiläum bietet einen Anlass, die Leistungen der Forstwirtschaft und das forstwirtschaftliche Handeln in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Dies erfolgt in einem schwierigen Umfeld. Das Vertrauen in die deutsche Forstwirtschaft im Umgang mit einer der wichtigsten natürlichen Ressourcen in Deutschland droht zu schwinden. Die öffentliche Meinung wird von Irrtümern wie einem permanenten Waldverlust oder einer wenig lernfähigen, rein auf Ertrag setzende Branche bestimmt. Damit besteht auch die Gefahr einer zurück gehenden Akzeptanz der Erzeugung und Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Spuren von Forstwirtschaft im Wald werden regelmäßig als störend eingestuft.

 

ForstBW möchte das Jahr 2013 deshalbzusammen mit allen Waldbesitzenden nutzen, um die Leistungen der Forstwirtschaft in der Öffentlichkeit wieder stärker bekannt zu machen.

Unter Leitung des deutschen Forstwirtschaftsrates werden Maßnahmen bundesweit koordiniert. In Baden-Württemberg wird der Landesbetrieb ForstBW in Zusammenarbeit mit den forstlichen Verbänden dieses wichtige Jubiläum mit Veranstaltungen und Veröffentlichungen feiern. Wesentliches Ziel ist es, das Vertrauen in die Forstwirtschaft in Deutschland und die Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffes Holz in einer „gläsernen“ Produktionsstätte zu stärken oder – wo erforderlich – neu aufzubauen. Die Forstwirtschaft ist die einzige Branche, die in der Lage ist, die steigenden und zum Teil konkurrierenden Anforderungen der Gesellschaft an den Wald bestmöglich zu erfüllen – für die heutige und für alle künftigen Generationen.